Schmidi Schmidhausers BILDER

Im Schmidi wohnt nicht nur Musik. In seiner anderen Ausdrucksform mischt er statt den Tönen die Farben. Schon in jungen Jahren greift er oft und gern zu Stiften und Pinsel. In den 1980er-Jahren tummelt er sich im wildkreativen Biotop des Freakhotels Herzogenbuchsee, wo er zudem residiert. Es entsteht hier ein ordentliches Fuder Kunst. Gemeinsam mit künstlerischen Gefährtinnen und Gefährten stellt Schmidi erstmals öffentlich aus.

Bern bekommt bunt.

Seinen nächsten künstlerischen Lebensraum bezieht Schmidi im Quartierhof Lorraine sowie in der frisch als volkseigen deklarierten Reitschule Bern. Zeugnisse jener Periode sind unter anderem die drei legendären «Unterdruck»-Comics-Bände oder seine Karikaturen in der Reitschule-Postille «Megafon». Die Aufbruchstimmung und der manifeste Obrigkeitsverdruss der bewegten Berner Population sowie seine solide Lust am Ausdruck verleiten Schmidi zu hoch getaktetem Schaffen: Er wirkt als Mitgründer der Druckerei in der Reitschule, lernt dortselbst das Offsetdrucken, gestaltet Magazine, Plakate, Flyer und belebt ganze Wände – etwa im Quartierhof – mit seinen Bildern.

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Heisse Liaison mit den Musenschwestern.

Es folgen lange Jahre, in denen Schmidi mit seinen diversen Bands intensiv auf Achse ist. Musik und Kunst spielen Inspirations-Pingpong, der Übergang von Gitarre zu Pinsel und retour ist oft fliessend. Da kommt einiges zusammen, was öffentliche Betrachtung erheischt. Die Freude am Ausstellen packt ihn 2016, als er gemeinsam mit Musikerkolleginnen und -kollegen im Kornhausforum im Rahmen von «Saitensprünge – wenn Musiker malen» die Wände rockt. 2017 gibt er ein malerisches Solo im Forum «KEINEKUNST» im Altenberg. «Das hat meine Malerseele quasi reanimiert», verlautet er, «das Ausstellen hat Mut gemacht und Lust auf mehr geweckt.» 2018 folgen die zweiten «Saitensprünge», 2019 eine Einzelausstellung im ONO Bern, im Herbst 2022 die dritte Gruppenausstellung «Saitensprünge», und ab November 2022 zieren unzählige ältere und neuere Werke die Wände des sorgsam renovierten Casino Theater Burgdorf.

Im Staunraum weiden die Sinne.

Wahrlich: In Schmidis gemaltem Universum tummelt sich ein interessantes Völkchen – aus dem Tierbuch, dem Humanzoo, die Speziesgrenzen oft fliessend. Die Bilder sind prall im besten Sinn, kräftige Farben verleihen ihnen eine unerhörte Lebendigkeit. Schnickschnack ist des Schmidis Sache nicht, zum Glück, denn so entsteht eine Plakativität, von deren Kraft man sich gut gelaunt fesseln lässt. Die Reise in Schmidis Welt der wunderbaren Bilder lässt sich zwar via schmidi-schmidhauser.ch auf digitalen Pfaden antreten. Grösseren und genuineren Genuss verspricht aber zweifelsohne das beglückende Schweifen durch eine seiner Ausstellungen. Auso!